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Viel oder wenig?


Es gibt Zeiten im Leben, da zieht man Bilanz.

Da fragt man sich mehr als sonst, was man hat und was man nicht hat.

Und ob das viel ist oder wenig.

Vielleicht ist dieses Jahr und ist dieser Sommer so.


Ist das viel oder wenig, was gerade möglich ist?

Was habe ich und was habe ich nicht? Und wieviel fehlt mir?


Viele sind mürbe geworden, erschöpft oder ungeduldig.

Viele sagen: Es ist zu wenig.

Zu wenig Nähe, zu wenig Leben, zu wenig Kontakte.

Es fehlt so viel.

Jeden Tag steht man auf mit dem Gefühl,

dass einem das Leben fremd geworden ist, so wie es ist,

und denkt an das, was einem fehlt.


Und dann trifft man manchmal die anderen, die Lebenskünstler.

Sie schaffen es, zufrieden zu sein, so wie es ist.

Sie haben sich arrangiert und machen das Beste draus.

„Wir haben im Garten gesessen.“ „Heute Nachmittag gehen wir wandern.“

„Ich hab meine Wohnung aufgeräumt.“ „Ich hab wieder angefangen zu malen.“


Viel oder wenig?

Heute geht es im Gottesdienst um die Speisung der 5000.

5 Brote und 2 Fische für so viele Menschen? Viel zu wenig!

Und dann macht man die Erfahrung: Es reicht. Es ist genug da.

Vielleicht wenn man den Blick verändert:

Nicht auf das schauen, was fehlt, sondern auf das, was da ist.

Dafür dankbar sein und bewusst damit umgehen.

Die eigenen Maßstäbe zurechtruckeln und zufriedener werden.

Aufeinander achten und miteinander teilen.

Spüren, dass man vielleicht gar nicht so viel braucht.


Wenig oder viel?

Man kann einander erzählen, was alles fehlt. Wie wenig es ist.

Oder man kann sich Mut machen und staunen und erzählen,

was alles da ist und geschieht, jeden Tag. Und spüren, dass es reicht.

Charles Dickens hat mal gesagt:

„Ich fühle, dass die Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.“


5 Brote und 2 Fische. Und die Erfahrung:

Das Wenige reicht. Es ist genug da. Es ist viel.

Solche Wunder gibt es auch bei uns.


Das wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Pfarrerin Ulrike Kreutz